Neuigkeiten von den Sechstagebahnen
zusammengestellt von Thorsten Schmidt


8.2.2019 - Kaum ist die Sechstagesaison in Europa beendet, startete in Melbourne das erste von vier 3-Tage-Rennen, die die Madison Sports Group aus London in Übersee organisiert. Aus Deutschland sind drei Rennfahrer am Start. Henning Bommel und Kersten Thiele gehören zu den erfahren Madison-Fahrern im Feld. In Berlin haben sie gemeinsam den sechsten Platz belegt. In Melbourne liegen sie allerdings nach dem ersten Abend mit 2 Runden Rückstand auf Platz 8.

Der Zwischenstand in Melbourne nach der ersten Nacht:
1. Sam Welsford / Cameron Scott (1 Rennen/1 Sieg) (AUS)- 102 Punkte
2. Leigh Howard (8/2) / Kelland O'Brien (2) (AUS) - 1/107
3. Shane Archbold (5/1) / Aaron Gate (NZL) (3) - 1/74
4. Stephen Bradbury (2) / Jarrad Drizners (AUS) - 1/71
5. Daniel Holloway (20) / Adrian Hegyvary (USA) - 2/81
6. Shane Kline / Eric Young (USA) - 2/78
7. Stephen Hall (2) / Joshua Harrison (6) (AUS) - 2/65
8. Henning Bommel (20) / Kersten Thiele (7) (D) - 2/64
9. Luke Plapp / Godfrey Slattery (AUS) - 2/50
10. Christopher Latham (7) / Andrew Tennant (5) (GBR) - 2/38
11. Stefan Matzner / Stefan Mastaller (1) (A) - 3/36
12. Joshua Murphy / Fintan Ryan (3) (IRL) - 3/35
13. Daniel Babor (3) / Ludek Lichnovsky (5) (CZ) - 4/26
14. Leon Rohde / Jonathan Dibben (2) (D/GB) - 5/28
15. Bryan Boussaer (2) / Matthias Van Beethoven (1) (B) - 5/22


29.1.2019 - Heimsieg für Kluge/Reinhardt in Berlin

Die Madison-Weltmeister Roger Kluge und Theo Reinhardt gewannen das Sechstagerennen in Berlin. Erst sechs Runden vor Schluss konnten sie den entscheidenenden Rundengewinnen herausfahren. Mit den meisten Punkten, aber einer Runde Rückstand belegten die beiden Dänen Marc Hester / Jesper Mørkøv Platz 2 vor Andreas Müller / Andreas Graf - >>> Das Endergebnis von Berlin

28.1.2019 - Ein weiteres 3-Tage-Event wird den Rennkalender bereichern. Vom 8.-10.März lädt die Madison Sports Group aus London die Bahnasse nach Hongkong ein.

Lisa Brennauer und Lisa Klein gewannen den Madison-Wettbewerb der Frauen - Foto ESN Arne Mill

13.1.2019 - Erste Vorentscheidungen in Bremen

Der Drops ist noch lange nicht gelutscht. Nach dem Sonntagnachmittag bei den Bremer Sixdays konnte das hochfavorisierte Team Iljo Keisse / Jasper de Buyst zwar ihre Führung behaupten, aber mit den zweitplatzierten Achim Burkart / Andreas Graf spüren sie ein weiteres Team in der Nullrunde im Nacken. Allerdings fehlen den Belgiern nur noch zwei Punkte bis zur nächsten Bonusrunde, die sie dann wieder allein in die Nullrunde bringen wird. Es bleibt also spannend.
Im Madison-Wettbewerb der Frauen konnten Lisa Klein und Lisa Brennauer die Weltmeisterin Kirsten Wild hinter sich lassen und die erste Etappe der Nachwuchsfahrer ging an die Dänen Anders Fynbo und Martin Mollerup. Bei den Sprintern steuert Maximilian Levy in Abwesenheit von Robert Förstemann dem Gesamtsieg entgegen.


Auf den langen Samstag folgte der frühe Sonntag: Bereits ab 10 Uhr rollten wieder die Räder auf dem Lattenoval der Bremer ÖVB-Arena. Mein erster Weg in der Halle führte mich zu Erik Weispfennig, um mich nach dem Gesundheitszustand von Robert Förstemann zu erkundigen. Er hat das Schlüsselbein, die Schulter und zwei Rippen gebrochen, Dazu Prellungen und Abschürfungen. Ursache für den Sturz war der Reifen des Vorderrads, der sich wohl erst von der Felge gelöst hat und geplatzt ist. Und dann erzählte Erik noch eine Anekdote, die wohl typisch ist für diesen ungewöhnlichen Sportler. Noch am Samstag abend, während die letzten Wettbewerbe noch liefen, klingelte bei Erik Weispfennig das Telefon. Robert Förstemann rief aus dem Krankenhaus an und wollte sich beim Sportlichen Leiter entschuldigen, dass er durch den Sturz die Stimmung in der Halle versaut habe. Und er fügte hinzu: „Ich hatte es im Gefühl. Das wäre eine Superzeit geworden!“

Die Große Jagd mit verhaltenem Beginn und furiosem Finale

Die Große Jagd ging heute nur über 30 Minuten und glich eher einem Scratch-Rennen: langer Anlauf - kurzer Sprint. Mit dabei war wieder Moreno de Pauw, der gestern am späten Abend noch wegen Fieber und Übelkeit neutralisiert worden war.
In den ersten fünf Minuten rieben sich die Profis noch den Sand aus den Augen. Danach holten sich alle Teams ihren Rundengewinn ab. Abgehakt. Fünf Minuten vor Schluss war es dann aber vorbei mit der aktiven Erholung. Consonni/Marguet, Hester/Reinhardt und Stroetinga/De Pauw starteten eine druckvolle Attacke und die Taktik-Füchse Keisse/De Buyst trafen diesmal die falsche Entscheidung. Statt allein das Loch zuzufahren, spannten sie sich vor das Feld und hielten das Tempo hoch. Aber nicht hoch genug, so dass die drei Ausreisser acht Runden vor Schluss den Rundengewinn gutgeschrieben bekamen. Und auf der Ziellinie war Simone Consonni dann zu schnell für unseren Weltmeister-Theo.
Keisse/De Buyst behielten ihre Führung, aber aus zwei Teams in der Nullrunde waren nun vier geworden.

Hester und Reinhardt finden kein Mittel gegen die Belgier

Die Kleine Jagd ging am vierten Wettkampftag über 100 Runden. Das klingt nach viel, summiert sich aber auf der kurzen Bremer Bahn allerdings nur auf 16 Kilometer. Viele Rundengewinne waren also nicht zu erwarten. Spannend wurde es dennoch nach der Hälfte der Distanz.
Marc Hester hatte den passenden Moment abgewartet, als sich die Belgier am Ende des Feldes befanden. Er fuhr in der Kurve ganz nach oben an die Balustrade und nahm den optimalen Schwung mit in eine Attacke des Willens. Innerhalb von Sekunden hatten er schon fast eine halbe Runde Vorsprung herausgefahren. Ein Rundengewinn hätte Hester/Reinhardt in der Gesamtwertung zu diesem Zeitpunkt in Führung gebracht. Doch der Konter der Belgier ließ nicht lange auf sich warten. Sie fuhren hinterher und konnten Hester/Reinhardt einholen. Gemeinsam sicherten sie sich den Rundengewinn. Aber dann fuhr Iljo Keisse sofort am Feld vorbei und startete eine erneute Attacke. Die erste Doublette bei den diesjährigen Sixdays. Schmerzhafter kann man dem Konkurrenten den Zahn nicht ziehen. Und die Hallensprecher fütterten wieder das Phrasenschwein mit dem ständig wiederholten Satz: „Das war eine Demonstration der Stärke!“
Nach dem vierten Tag liegen Hester/Reinhardt mit einer Runde Rückstand auf Platz vier und haben von den vier Spitzenteams die wenigsten Punkte auf dem Konto. An allen Tagen haben die beiden im schwarzen Trikot viel versucht und wenig erreicht. Vielleicht fiel mit der Doublette schon eine Vorentscheidung um den Gesamtsieg. Denn Keisse/De Buyst fehlen nur noch zwei Punkte bis zur zweiten Bonusrunde und der alleinigen Führung. Nach derzeitigem Stand werden Hester/Reinhardt kämpfen müssen, um wenigstens noch einen Seitenplatz auf dem Podium zu erreichen.

Die beiden Lisas halten die Weltmeisterin in Schach

Das Omnium am Samstag hatte die Weltmeisterin Kirsten Wild souverän für sich entscheiden können. Im Madison am Sonntag gelang Lisa Brennauer und Lisa Klein die Revanche. Auf den dritten Platz kamen Lin Teutenberg/Franziska Brausse. Diese drei Teams kontrollierten das Rennen. Die Entscheidung fiel etwa nach der Hälfte: Brennauer/Klein attackierten. Teutenberg/ Brausse versuchten das Loch wieder zuzufahren. Doch das mißlang, so dass Wild/van den Amber das deutsche Paar wieder einsammeln konnte. In den Punktesprints ließ Kirsten Wild nichts anbrennen, aber die Runde Rückstand konnte sie nicht mehr aufholen.

12.1.2019 - Lukas Liß feiert heute seinen 27.Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Blumen für die „Sieger der Sieger“: (von links nach rechts) Marcel Kalz, Leif Lampater, Jimmi Madsen und Carsten Wolf

12.1.2019 - Taktische Nadelstiche und ein Sieger der Sieger in Bremen

Nach dem furiosen Auftakt am Eröffnungsabend verliefen die Wettbewerbe am zweiten Abend der Bremer Sixdays weitaus weniger spektakulär, aber nicht ohne spannende Finessen. Er wurden viele taktische Nadelstiche gesetzt. Pychospielchen waren angesagt. Durch den Gewinn einer Bonusrunde führen Iljo Keisse und Jasper de Buyst die Gesamtwertung an. Mit einer Runde Rückstand folgt ein Quartett dichtauf. Stroetinga/De Pauw und Consonni/Marguet stehen kurz vor dem Gewinn einer Bonusrunde und dürften am Samstag bereits beim Kindernachmittag zu den führenden Belgiern aufschließen. Bei den Sprintern ließen sich Robert Förstemann und Maximilian Levy heute nicht vom Youngster Elias Edbauer überraschen. Förstemann stellte einen neuen Bahnrekord beim Rundenzeitfahren auf und übernahm dadurch die Führung in der Gesamtwertung. Das Highlight des Abends war allerdings das Rennen der Sieger. Sechs ehemalige Sieger der Bremer Sixdays fuhren 55 Runden hinter dem Derny. Für das Publikum eine Riesengaudi und am Ende siegte mit Leif Lampater ein ehemaliger Publikumsliebling.

Der Abend begann mit einer Mannschaftsausscheidung. Wie schon am Vorabend spannten sich Iljo Keisse und Jasper de Buyst vor das Peleton. Sie schafften es beide bis ins Finale und fuhren mit Handshake ins Ziel. Mit diesen 20 Punkten bauten sie ihren Vorsprung als punktbeste Mannschaft aus und ihr taktisches Ziel war offensichtlich: Sie gingen in jedem Wettbewerb auf die Punkte und hatten die Bonusrunde im Visier.
Mit der großen Jagd über 45 Minuten ging es weiter und diese Jagd wurde deutlich verhaltener gefahren als am Vorabend. Vielleicht lag es daran, dass auch die Spitzenteams nicht jeden Abend Vollgas auf die Tube drücken können. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die gestern Abgehängten erkannten, dass man nicht abgehängt werden kann, wenn man im Feld vorne fährt und selbst das Tempo bestimmt. Jedenfalls beteiligten sich alle Teams an den Attacken, so dass nach 45 Minuten 38 Rundengewinne gezählt wurden.

Keisse/de Buyst und Reinhardt/Hester machen den Gesamtsieg unter sich aus...

Wirklich? Den Eindruck könnte man bekommen, wenn man diese vier Fahrer beobachtet. Keinen Moment lassen sie sich aus den Augen und reagieren sofort auf die Aktionen der Konkurrenten. Bezeichnende Szene nach der Hälfte dieser Jagd: Keisse startet eine Attacke und hatte rasch eine halbe Runde Vorsprung. Hester sprintete hinterher und fuhr das Loch zu. Als beide Teams wieder zusammen waren, nahmen sie erstmal die Beine hoch. Vor Enttäuschung? Vor Erschöpfung? Oder um sich zu besinnen, dass auch noch andere Teams mitfahren. Wenn zwei sich streiten, dann freuen sich ja vielleicht die Dritten?
Erste Anwärter auf einen „lachenden Dritten“ waren in dieser Jagd Achim Burkart und Andreas Graf. Sie zeigten sich sehr präsent und suchten immer wieder ihr Heil in der Flucht. Zweimal schafften sie es durch mutige Vorstöße, als einziges Team in der Nullrunde das Klassement anzuführen. Aber sie konnten die Konter der Konkurrenten nicht verhindern. Und so lachten am Ende Wim Stroetinga und Moreno de Pauw. Erst 7 Runden vor Schluß waren sie in die Nullrunde gefahren. Nach einem fulminanten Spurt fuhr Wim Stroetinga als erster über die Ziellinie.

Leif Lampater als Sieger der Sieger

Bereits beim 50jährigen Jubiläum der Bremer Sixdays hatte ein Rennen der ehemaligen Sieger beim Publikum für mächtig Stimmung gesorgt. Damals gewann – wer sonst? – Danny Clark. Er hatte als einziger der alten Haudegen für dieses Rennen trainiert...
Bei den 55.Bremer Sixdays wurden 55 Runden hinter dem Derny gefahren. Am Start waren diesmal als Sieger von früher: Marco Villa (1996), Carsten Wolf (1997), Jimmi Madsen (1998), Leif Lampater (2009 und 2014), Alex Rasmussen (2015) und Marcel Kalz (2015 und 2017). Eine leichte Sache für die Jüngeren? Keineswegs. In der ersten Rennhälfte bestimmte Carsten Wolf das Tempo, dann pirschte sich Jimmy Madsen an die Spitze. Der 50jährige sorgte immer wieder für Stimmung in der Halle, indem er seinen Schrittmacher gestenreich aufforderte, schneller zu fahren. Dennoch wurde Madsen auf der Zielgeraden von Leif Lampater noch abgefangen und gratulierte etwas missmutig: Ich war der Schnellste, aber mein Schrittmacher war zu langsam...

Bahnrekord für Robert Förstemann

Nach diesem Spaßrennen sorgten die Sprinter für den nächsten Höhepunkt. Robert Förstemann und Maximilian Levy wollten sich nicht noch einmal vom Youngster Elias Edbauer in den Schatten stellen lassen. Aber um das Rundenzeitfahren zu gewinnen, musste Förstemann den Bahnrekord von Jeffrey Hoogland aus dem Jahr 2014 unterbieten. Auf 8,695 steht jetzt die neue Marke.
Im Finale wählte diesmal Maximilian Levy die Taktik des langen Sprints. Doch er wurde dafür nicht belohnt. Robert Förstemann saugte sich heran und sauste auf der Zielgeraden an ihm vorbei. Förstemann übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung vor Levy und Edbauer.

Die kleine Jagd ging an Grasmann und Mørkøv

Es war schon weit nach Mitternacht, als eine kleine Jagd über 30 Minuten den zweiten Wettkampfabend beendete. Auch bei dieser Jagd waren wieder einige taktische Finessen zu beobachten. Wie schon bei den Jagden zuvor zeigten sich Theo Reinhardt und Marc Hester sehr souverän im Renngeschehen. Sie kontrollierten das Rennen, konnten aber ihre Souveränität nicht zu ihrem Vorteil nutzen. Bezeichnend eine Szene sechs Minuten vor Schluss: Kurz nachdem Reinhardt und Hester in die Nullrunde gefahren waren, fanden sie den richtigen Moment für eine erneute Attacke, als ihre belgischen Konkurrenten nach einer Ablöung am Ende des Feldes fuhren. Es hätte die entscheidende Attacke sein können! Keisse und De Buyst mussten sich erst durch das Peleton kämpfen, um reagieren zu können. Sie jagten zunächst hinterher und überlegten es sich dann doch anders. Sie stoppten ab, ließen sich vor das Feld zurückfallen und zogen dann das Tempo wieder an. Bei einem Ausreißversuch ist das die Höchststrafe. Wenn das Feld Tempo macht und die Jäger zu den Gejagten werden... Reinhardt und Hester versuchten alles, gingen mehrfach aus dem Sattel, um ihr Tempo zu erhöhen, aber sie konnten den Abstand zum Feld nicht vergrößern. So lässt ein Feld den Konkurrenten auf der Flucht verhungern.
Drei Minuten vor dem Ende gaben Reinhardt und Hester auf und ließen sich ins Feld zurückfallen. Diesen Moment nutzen Grasmann/Mørkøv und Consonni/Marguet für ihre entscheidende Attacke. Und nachdem Consonni und Marguet kurz vor der Glocke eine Ablösung verpassten, konnte Jesper Mørkøv unbedrängt und ausgelassen jubelnd über die Ziellinie fahren.

Iljo Keisse und Jasper De Buyst reichten sechs Punkte für den fünften Platz in dieser Jagd, um über die 100 Punkte zu kommen und sich dadurch eine Bonusrunde zu verdienen. Deshalb starten sie als einziges Team in der Nullrunde in den langen Samstag, der mit dem Kindernachmittag schon um 13 Uhr beginnt.

11.1.2019 - Turbulenter Auftakt bei den Bremer Sixdays

Theo Reinhardt und Marc Hester dominierten die Wettbewerbe der ersten Nacht bei den Bremer Sixdays. Sie führen mit einer Runde Vorsprung vor den punktbesten Iljo Keisse und Jasper de Buyst. Weitere vier Teams haben mit einer Runde Rückstand die Führenden noch in Sichtweite, während sechs Teams in der ersten Jagd große Mühe hatten, dem Tempo der Spitzenfahrer zu folgen und bereits vier bis sieben Runden Rückstand angesammelt haben. Bei den Sprintern führt Maximilian Levy punktgleich vor Robert Förstemann. Lachender Dritter ist der Nachwuchsfahrer Elias Edbauer.
Im Vorfeld der 55.Sixdays in Bremen hatte es noch kurzfristige Umbesetzungen geben müssen, nachdem Kenny de Ketele (Schlüsselbeinbruch) und Robert Banusch (Prellungen) in Rotterdam gestürzt waren und Yoeri Havik für die Weltcups in Neuseeland und Hongkong nachnominiert wurde. Daraufhin hat der Sportliche Leiter Erik Weispfennig Melvin van Zijl, Marc Hester und Matias Malmberg als Ersatzfahrer verpflichtet und einige Umstellungen im Starterfeld vorgenommen:

Team 5: Melvin van Zijl - Jules Hesters
Team 6: Achim Burkart - Andreas Graf
Team 9: Marc Hester - Theo Reinhardt
Team 11: Henning Bommel - Matias Malmberg

Erik Weispfennig ist dafür bekannt, dass er sehr konsequent den Nachwuchs fördert. So hat er in diesem Jahr gleich sieben Fahrern einen Startplatz im Profifeld gegeben, die altersmäßig noch in den U23-Rennen startberechtigt sind. Wobei Jules Hesters und Bryan Boussaer, die im vergangenen Winter 4 Nachwuchsrennen gewinnen konnten, jetzt sicherlich reif für den nächsten Schritt sind. Auch Sebastian Schmiedel hat sich viel Erfahrungen im UIV-Cup geholt und darf in seinem viertem Sechstagerennen das erste Mal mit den Profis auf die Bremer Bahn. Dazu gesellen sich mit dem Italiener Simone Consonni und den beiden 18jährigen Dänen Oliver Wulff Frederiksen und Matias Malmberg drei Sixties-Debütanten, die nicht durch die Schule des UIV-Cups gegangen sind.
Nach dem Startschuss durch Schlagerlegende Howard Carpendale und dem DJ-Duo Gestört aber Geil eröffnete ein Ausscheidungsfahren aller 24 Akteure die Wettbewerbe. Nach dem Ausfall des Vorjahressiegers Kenny de Ketele (er gewann 2018 in Bremen zusammen mit Theo Reinhardt) fragten sich viele, wer denn Iljo Keisse und Jasper de Buyst schlagen soll. Und die beiden Belgier im orangenen Trikot demonstrierten selbstbewusst die Favoritenbürde und fuhren das ganze Rennen an der Spitze. Trotzdem schummelte sich Oliver Wulff Frederiksen ins Finale gegen Iljo Keisse und überraschte den Routinier mit einem beherzten Antritt in der Zielkurve. Der erste Sieg im ersten Wettbewerb bei den Profis. Til lykke!
Die Bremer Bahn ist mit 166 Metern die kürzeste aller Winterbahnen und sie ist berüchtigt für ihre engen und steilen Kurven. Zudem versperren die Bühnenaufbauten die Sicht in die Kurven. Man muss blind hineinfahren. Die Fliehkräfte sind enorm.
Als zweiter Wettbewerb stand die einzige Jagd des Abends auf dem Programm (über 45 Minuten und 20 Runden). Die Tücken der Bahn bekam einer der Nachwuchsfahrer schon nach zwei Minuten der Jagd zu spüren, als er in der Zielkurve das Tempo rausnahm und der hinter ihm fahrende Jesper Mørkov nicht mehr ausweichen konnte. Beide stürzten und der Däne blieb zunächst benommen liegen.
Ältere Radsportfans erinnerten sich an das Jahr 2005, als für den favorisierten Matthew Gilmore das Rennen nach drei Minuten zu Ende war. Christian Grasmann fuhr zunächst allein im Feld. Bitte nicht noch ein Ausfall eines Spitzenfahrers!
Aufatmen nach langen sechs Minuten. Jesper Mørkov kam in das Rennen zurück. Derweil hatte es die erste Attacke und den ersten Rundengewinn durch Theo Reinhardt und Marc Hester gegeben. In der ersten Viertelstunde holten sich fast alle Teams ihren Rundengewinn, so dass das Tableau ausgeglichen war. Reinhardt und Hester fuhren souverän mit Rundenvorsprung an der Spitze und waren eindeutig die Chefs im Ring, während Keisse und de Buyst ein eher unauffälliges Rennen ablieferten und längst noch nicht alle Karten auf den Tisch legten. Die positive Überraschung des Abends war der Sixdays-Neuling Simone Consonni, der sehr präsent und mutig agierte und mit seinem erfahrenen Partner Tristan Marguet das Renngeschehen mitbestimmte.
Nach dem ersten Abtasten kam die Taktik mit ins Spiel. Attacken wurden vom Feld gekontert, das Tempo insgesamt erhöht. Das Feld zog sich mehrfach weit auseinander. Reinhardt/Hester und Keisse/de Buyst fuhren Seite an Seite und ließen sich keinen Augenblick aus den Augen. Davon profitierten Burkart/Graf und Consonni/Marguet, die immer wieder Attacken fuhren. Stroetinga/de Pauw und Grassmann/Mørkov fuhren hingegen unauffällig und routiniert ihre Rundengewinne in Zweier- und Dreiergrüppchen heraus, so dass nach einer halben Stunde sechs Teams gleichauf lagen.
Danach brach das Rennen auseinander. Boussaer/Schmiedel und Harrison/Augenstein konnten als erste dem Tempo nicht mehr folgen. Dann flogen Frederiksen/Beyer und van Zijl/Hesters aus dem Feld. Auch Liß/Pirius bekamen Probleme. Zurückgefallene Fahrer versuchten, am Hinterrad der attackierenden Teams ins Feld zurückzukommen. Das Renngeschehen wurde immer unübersichtlicher. Wer attakierte, wer fuhr im Feld und wer war zurückgefallen? Und vor allem: Wo war das Ende des Feldes? Wann konnte ein Rundengewinn gegeben werden? Auch die Hallensprecher kamen ins Schwimmen.
Insgesamt habe ich dreizehn Verlustrunden notiert. Ich habe es schon oft erlebt, dass auch durchaus routinierte Sechstagefahrer einen ersten Abend komplett verschlafen und schwer ins Rennen finden. Ich habe es auch schon oft erlebt, dass Fahrer keine einzige Attcke fahren und nur im Feld mitrollen. Aber ich habe es noch nie erlebt, dass gleich vier Teams mit 7 Runden Rückstand aus einer Jagd in die Koje zurückkehren.
Es ist eine Momentaufnahme. Aber man kann es nicht anders kommentieren und das Zwischenergebnis spricht eine eindeutige Sprache: An diesem Abend war die Hälfte des Fahrerfeldes nicht wirklich konkurrenzfähig. Man kann nur hoffen, dass es am zweiten Abend anders sein wird.
Blicken wir noch auf die beim Bremer Publikum sehr beliebten Sprintwettbewerbe. In den letzten Jahren war es nie gelungen, die erste Garde der erfolgreichen deutschen Sprinter nach Bremen zu holen. Was der Spannung und Dramatik der Wettbewerbe aber keinen Abbruch tat. In diesem Jahr sind mit Maximilian Levy und Robert Förstemann zwei Hochkaräter auf der Bremer Bahn. Aber am ersten Abend stahl ihnen ein Nobody die Show: Elias Edbauer machte im letzten Jahr als dreifacher Deutscher Juniorenmeister auf sich aufmerksam. Und nun gewann er in Bremen das Rundenzeitfahren. Im Sprintfinale überrumpelte der Youngster die verdutzen Routiniers mit einem mutigen Antritt zwei Runden vor Schluss. Nur Förstemann setzte nach und konnte Edbauer wenige Zentimeter vor dem Zielstrich noch abfangen. Die begeisterten Hallensprecher steckten einen Euro nach dem anderen in das Phrasenschwein für den Satz: „Dieser Junge wird uns in den nächsten Tagen noch viel Freude machen.“ Und ich freue mich darauf, dass uns dieser Junge noch viel Freude machen wird.

10.1.2019 - Howard Carpendale gibt den Startschuss in Bremen

Um 21.10 Uhr schickt Howard Carpendale die 24 Radsportprofis auf ihre sechstägige Reise.
Nach den notwenigen Umbesetzungen sieht das Fahrerfeld jetzt so aus:

Das Starterfeld in Bremen (10.-15.1.2019):
Simone Consonni (0) - Tristan Marguet (38/2) (I/CH)
Christian Grasmann (78/2) - Jesper Mørkøv (44/1) (D/DK)
Lukas Liß (10) - Hans Pirius (13) (D)
Iljo Keisse (82/23) - Jasper De Buyst (11/2) (B)
Melvin van Zijl (25) - Jules Hesters (4) (NL/B)
Achim Burkart (10) - Andreas Graf (31) (D/A)
Oliver Wulff Frederiksen (0) - Maximilian Beyer (9) (DK/D)
Wim Stroetinga (50/5) - Moreno De Pauw (23/6) (NL/B)
Marc Hester (98/1) - Theo Reinhardt (14/1) (DK/D)
Bryan Boussaer (1) - Sebastian Schmiedel (3) (B/D)
Henning Bommel (18) - Matias Malmberg (0) (D/DK)
Joshua Harrison (4) - Moritz Augenstein (2) (AUS/D)
zur Homepage des Veranstalters

9.1.2019 - Hans Pirius feiert heute seinen 27.Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

8.1.2019 - Terpstra gewinnt zum vierten Mal in Rotterdam

Niki Terpstra / Thomas Boudat gewinnen das 37.Sechstagerennen in Rotterdam vor den beiden Dänen Lasse Norman Hansen / Marc Hester und Yoeri Havik / Wim Stroetinga.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... Terpstra / Boudat hatten am ersten Abend die Führung übernommen, waren dann aber im Klassement bis auf Platz 5 abgerutscht. Vier Tage lang hatten Hansen / Hester das Rennen souverän im Griff und vieles sprach dafür, dass sie den Sieg nach Hause bringen. Doch Terpstra / Boudat konnten am vorletzten Abend Boden gut machen und zwei Verlustrunden ausgleichen. Als einzige der führenden Teams hatten sie am Schlussabend noch die Chance auf eine Bonusrunde. Und die sicherten sie sich gleich zu Beginn des Finalabends mit einem außergewöhnlichen Coup. Im ersten Wettbewerb - einem Team-Punktefahren - konnten sie einen Rundengewinn verbuchen, der sie an die Spitze des Klassements brachte. Diesen Vorsprung ließen sie sich nicht mehr aus der Hand nehmen. In der Finaljagd zeigte sich Terpstra bärenstark und konterte immer wieder die Attacken der Konkurrenten, so dass er sich schlussendlich verdient zum vierten Mal in die Siegerliste in Rotterdam eintragen konnte. - >>> Das Endergebnis von Rotterdam

8.1.2019 - Noch viele Baustellen in Bremen

Zwei Tage vor dem Startschuss wird in der ÖVB-Arena noch fleissig geschraubt und gebohrt. Während die Zimmerleute in aller Gelassenheit die Teile der Bahn zusammenfügen, hat der Sportliche Leiter Erik Weispfennig eine schlaflose Nacht hinter sich.
Mit Kenny de Ketele, Yoeri Havik und Richard Banusch haben gestern abend gleich drei Fahrer ihre Teilnahme an den 55.Bremer Sixdays abgesagt. Am schlimmsten wiegt dabei die Absage des Vorjahressiegers Kenny De Ketele. Kenny hat sich gestern abend bei einem Sturz in Rotterdam das Schlüsselbein gebrochen und wird voraussichtlich für den Rest der Sechstagesaison ausfallen. Da auch Yoeri Havik seine Startzusage zurückziehen musste, nachdem ihn der niederländische Verband für den Weltcup in Neuseeland nachnominiert hat, fehlen nun also zwei der Favoriten im Starterfeld von Bremen.
Wie in den vergangenen Jahres auch hatte Erik Weispfennig die drei erstplatzierten Teams des Vorjahres zu einer Revanche eingeladen. Vor einem Jahr siegten in Bremen de Ketele/Reinhardt vor Burkart/Havik und Grassmann/J.Mørkøv. Diese Revanche ist nun geplatzt. Als Ersatz für Havik konnte Marc Hester gewonnen werden. Er zeigt sich in Rotterdam in Top-Form und fährt dort heute abend um den Sieg. Marc kennt die Bremer Bahn zur Genüge (10 Starts) und konnte hier schon zwei Mal auf dem Treppchen stehen. (2011 und 2014).
Einen gleichwertigen Ersatz für Kenny de Ketele zu finden, dürfte weitaus schwieriger werden. "Einen neuen Partner für Theo Reinhart zaubert man nicht aus dem Hut", erklärte Weispfennig auf der Pressekonferenz heute morgen, "Theo ist Weltmeister, Vorjahressieger und einer der Top-Favoriten. Den kann ich nicht mit irgendjemand zusammen fahren lassen." Weispfennig deutete an, möglicherweise das Fahrerfeld neu zusammenzustellen, um die Spannung hoch zu halten. Denn wer soll sonst Iljo Keisse und Jasper De Buyst schlagen?
Richard Banusch sollte in Bremen zum ersten Mal bei den Profis am Start stehen. Nach einen Sturz im U23-Rennen in Rotterdam wird der 20jährige Cottbusser seine Pläne verschieben müssen. Für ihn geht der 18jährige Däne Matias Malmberg an den Start.
(Foto: © Thorsten Schmidt)

7.1.2019 - Sixdays-Rookies sammeln Punkt um Punkt

Während das das dänische Team mit Lasse Norman Hansen und Marc Hester auch am Sonntag ihre Führungsposition souverän verteidigen konnte, gab es auf den weiteren Plaätze harte Kämpfe und unerwartete Verschiebungen.
Die meisten Punkte sammelten die beiden Sixdays-Neulinge Jan-Willem van Schip / Stijn Steels. Mit einer Runde Rückstand und nahezu punktgleich sind sie die härtsten Konkurrenten um den Sieg. Die weiteren Teams liegen schon mindestens zwei Runden zurück. Dabei verspielten Torres / Mora ihre gute Position vom Vortag. Mit dem bevorstehenden Gewinn der zweiten Bonusrunde werden Havik / Stroetinga an ihnen vorbeiziehen.
Nach der Auszeit am Samstag abend saß Theo Reinhardt wieder im Sattel. Im Klassement ist er zusammen mit Christian Grasmann auf den zehnten Platz abgerutscht.

Das Zwischenergebnis nach der vierten Etappe in Rotterdam:
1.Lasse Norman Hansen / Marc Hester 0/219
2.Jan-Willem van Schip / Stijn Steels - 1/217
3.Albert Torres / Sebastian Mora - 2/201
4.Yoeri Havik / Wim Stroetinga - 2/170
5.Niki Terpstra / Thomas Boudat - 3/151
6.Kenny de Ketele / Robbe Ghys - 3/138
10.Christian Grasmann / Theo Reinhardt - 7/24

6.1.2019 - Danish Dynamite dominiert in Rotterdam

Das dänische Team mit Lasse Norman Hansen und Marc Hester konnte auch am dritten Abend ihre Führungsposition behaupten und sie führen das Zwischenklassement weiterhin als punktbeste Mannschaft und allein in der Nullrunde an.
Dahinter haben sich jedoch einige Verschiebungen ergeben. Die Sieger von 2016 Alberto Torres / Sebastian Mora punkteten fleissig und schoben sich auf den zweiten Platz vor. Die Überraschung des Abends waren aber die beiden Sixdays-Neulinge Jan-Willem van Schip / Stijn Steels. Sie fuhren besonders in den Jagden stark und wurden mit Platz 3 belohnt. Die Holländer Yoeri Havik / Wim Stroetinga hingegen konnten ihren starken Auftritt vom Vorabend nicht wiederholen und sind deshalb auf Platz 6 abgerutscht.
Aufgeklärt hat sich der bisher schwache Auftritt von Theo Reinhardt. Er ist gesundheitlich angeschlagen und wurde am Beginn des Abends neutralisiert. Daraufhin bildeten Christian Grasmann und Maikel Zijlaard ein neues Team.

Das Zwischenergebnis nach der dritten Nacht in Rotterdam:
1.Lasse Norman Hansen / Marc Hester 0/170
2.Albert Torres / Sebastian Mora - 1/155
3.Jan-Willem van Schip / Stijn Steels - 1/151
4.Niki Terpstra / Thomas Boudat - 1/135
5.Kenny de Ketele / Robbe Ghys - 1/115
6.Yoeri Havik / Wim Stroetinga - 2/125
8.Christian Grasmann / Theo Reinhardt - 4/19

5.1.2019 - Danish Dynamite in Rotterdam

Das dänische Team mit Lasse Norman Hansen und Marc Hester hat die Wettbewerbe des zweiten Abends dominiert und die Führung übernommen. Sie konnten den Leadern Terpstra / Boudat in beiden Jagden eine Runde abnehmen und liegen nun als punktbeste Mannschaft allein in der Nullrunde.
Die Holländer Yoeri Havik / Wim Stroetinga konnten kräftig punkten und auf Platz 3 vorfahren, haben aber immer noch zwei Runden Rückstand auf die Spitze.
Seltsam zurückhaltend agieren Christian Grasmann / Theo Reinhardt. Ist das ein lockeres Einrollen auf die Sixdays in Bremen oder doch ein Jetlag nach der kurzfristigen Anreise aus Australien? Offensichtlich fehlt den Beiden die Spritzigkeit in den Jagden. Mehrfach initiierten sie Attacken, aber sie schafften es nicht, ein großes Loch zu reißen, so dass sie vom Feld wieder geschluckt werden konnten.

Das Zwischenergebnis nach der zweiten Nacht in Rotterdam:
1.Lasse Norman Hansen / Marc Hester 0/99
2.Niki Terpstra / Thomas Boudat - 1/95
3.Yoeri Havik / Wim Stroetinga - 2/90
6.Kenny de Ketele / Robbe Ghys - 2/68
9.Christian Grasmann / Theo Reinhardt - 3/20

4.1.2019 - Überraschungen in Rotterdam

Damit hat wohl keiner gerechnet: Am Eröffnungsabend konnten Niki Terpstra / Thomas Boudat beide Jagden gewinnen. Sie nahmen dem gesamten Feld eine Runde ab und gingen als Führende ins Hotel.
Doch, einer hatte damit gerechnet: Der Sportliche Leiter Peter Schep - selbst Gewinner in Rotterdam 2009 und 2012 - hatte Terpstra im Vorfeld die Favoritenrolle zugeschoben. Immerhin hatte sich Terpstra drei Mal in Folge in die Siegerliste in Rotterdam eintragen können, aber der letzte Erfolg liegt nun auch schon vier Jahre zurück.
Mit diesem Coup am ersten Abend hat Terpstra die Favoriten eiskalt überrumpelt. Die am stärksten gewetteten Teams De Ketele/Ghys, Havik/Stroetinga und Grasmann/Theo Reinhardt müssen schon zwei Runden aufholen.

Das Zwischenergebnis nach der ersten Nacht in Rotterdam:
1.Niki Terpstra / Thomas Boudat 0/60
2.Albert Torres / Sebastian Mora - 1/34
3.Lasse Norman Hansen / Marc Hester - 1/32
...
8.Kenny de Ketele / Robbe Ghys - 2/36
9.Yoeri Havik / Wim Stroetinga - 2/31
11.Christian Grasmann / Theo Reinhardt - 2/9

3.1.2019 - 3 Favoritenteams bei den Sixdays in Rotterdam (3.-8.1.2019)

Wenn heute in Rotterdam der erste Startschuss des noch jungen Jahres fällt, so gibt es eigentlich nur einen Anwärter auf einen holländischen Heimsieg: Die Sieger von London Yoeri Havik und Wim Stroetinga. Seitdem sich die Beiden im Sommer 2016 zu einem festen Team zusammen gefunden haben, konnten sie bereits drei Sixdays gewinnen und sie standen fünf weitere Male auf dem Podium.
Zu den weiteren Sieganwärter gehören sicherlich Kenny De Ketele, der zusammen mit seinem Partner Robbe Ghys in Gent 2018 auf dem zweiten Platz eingelaufen ist. Als dritter Sieganwärter ist Christian Grasmann zu nennen. Er gewann in Rotterdam 2017 zusammen mit Roger Kluge. Der weilt zur Zeit bei der Tour Down Under in Australien, aber mit Theo Reinhardt hat Grasmann diesmal den anderen Weltmeister an seiner Seite...
Diese drei Teams dürften sich vom Starschuss an einen harten Kampf um die Verteilung der Podiumsplätze liefern. Die anderen zehn Teams sind - mit Verlaub - im bisherigen Saisonverlauf den Beweis ihrer Sixdays-Spitzenklasse schuldig geblieben. Zumal das Feld gleich mit fünf Sixdays-Novizen aufgefüllt wurde. Von denen sind nur Bryan Boussaer und Maikel Zijlaard durch die Schule des UIV-Cups gegangen. Mit Jan-Willem van Schip, Dion Beukeboom und Ramon Sinkeldam hat der Veranstalter gestandene Straßenprofis auf die Bahn zurückgeholt. Für das Publikum sind diese Fahrer sicherlich eine Attraktion. Vielleicht können sie ja auch für eine sportliche Überraschung sorgen?

Das Starterfeld in Rotterdam:
Kenny De Ketele (73/14) - Robbe Ghys (6) (B)
Christian Grasmann (77/2) - Theo Reinhardt (13/1) (D)
Niki Terpstra (22/5) - Thomas Boudat (1) (NL/F)
Alberto Torres (14/1) - Sebastian Mora (9/1) (E)
Pim Ligthart (25/2) - Moreno De Pauw (22/6) (NL/B)
Yoeri Havik (38/4) - Wim Stroetinga (50/5) (NL)
Jan-Willem van Schip (1) - Stijn Steels (2) (NL/B)
Ramon Sinkeldam (1) - Roy Pieters (24) (NL)
Lasse Norman Hansen (6/2) - Marc Hester (96/1) (DK)
Dion Beukeboom (1) - Melvin van Zijl (24) (NL)
Maikel Zijlaard (0) - Nick Stöpler (39/1) (NL)
Daniel Staniszewski (5) - Wojtek Pszczolarski (13) (PL)
Jules Hesters (3) - Bryan Boussaer (0) (B)
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27.12.2018 - Rolf Wolfshohl feiert seinen 80sten Geburtstag

Kaum zu glauben: In der Schule galt Rolf Wolfshohl als völlig unsportlich und bekam sogar mal eine "fünf". Erst als 15jähriger begann er mit dem Radsport und wurde ein Jahr später schon deutscher Jugendmeister im Straßenrennen. Als Amateur wurde er 1958 Deutscher Meister und WM-Dritter im Querfeldein.
Mit 21 Jahren wurde Wolfshohl Profi und er fuhr zehn Jahre lang für französische Teams. Seine Vielseitigkeit machte Rolf Wolfshohl zu einem der erfolgreichsten Radsportler der Sechziger Jahre. Auf der Straße gewann er 1965 die Spanienrundfahrt und 1968 Paris-Nizza. Neun Mal startete er bei der Tour de France. 1968 trug er zwei Tage lang das Gelbe Trikot und beendete die Tour als Sechster.
Querfeldeinrennen bescherten Wolfshohl die größten Erfolge. 1960, 1961 und 1963 wurde er Weltmeister. Insgesamt gewann er 12 WM-Medaillen und 13 Deutsche Meisterschaften im Querfeldein.


Im Winter fuhr Rolf Wolfshohl lieber im Wald als auf der Bahn. Deshalb stand er nur bei 13 Sechstagerennen am Start und kam dabei immer unter die ersten sechs. Seine beste Platzierung erreichte er als Zweiter zusammen mit Klaus Bugdahl 1968 in Berlin..
In den letzten Jahren seiner aktiven Laufbahn fuhr er für das deutsche Rokado-Team, bei dem er nach seinem letzten Rennen 1973 für drei Jahre die Sportliche Leitung übernahm. Dann gründete er ein Radsportgeschäft und eine Rahmenbauwerkstatt in Köln. Noch heute fährt Rolf Wolfshohl täglich mit dem Rad zur Arbeit. Herzlichen Glückwunsch zum 80sten, Rolf Wolfshohl!

24.12.2018 - Wir wünschen allen Radsportfans schöne Feiertage und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.



23.12.2018 - Das Starterfeld in Berlin (24.-29.1.2019):
Roger Kluge - Theo Reinhardt (D)
Nick Stöpler - Melvin van Zijl (NL)
Jesper Mørkøv - Marc Hester (DK)
Yoeri Havik - Wim Stroetinga (NL)
Sebastian Schmiedel - Moritz Augenstein (D)
Kenny De Ketele - Robbe Ghys (B)
Andreas Müller - Andreas Graf (A)
Henning Bommel - Kersten Thiele (D)
Ludek Lichnovsky - Daniel Babor (CZ)
Wojtek Pszczolarski - Daniel Staniszewski (PL)
Andrew Tennant - Christopher Latham (GB)
Stephen Hall - Joshua Harrison (AUS)
Jules Hesters - Otto Vergaerde (B)
Sergey Rostovtsev - Denis Nekrasov (RUS)
Nils Weispfennig - Calvin Dik (D/B)
Maximilian Beyer - Achim Burkart (D)
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20.12.2018 - Positiver Dopingtest bei Tosh Van der Sande

Solche Nachrichten brauchen wir nicht: Tosh Van der Sande hat bei den Sixdays in Gent eine positive Doping-Probe abgegeben. Im November hatte er bei den Zesdaagse zusammen mit Jasper de Buyst Platz drei belegt.
Wie belgische Zeitungen berichten hat Van der Sande offenbar ein Nasenspray benutzt, das vor dem Wettkampf deklarierungspflichtig ist. Stattdessen hat er bei den Dopingkontrolleuren ein anderes Nasenspray gemeldet, welches er früher benutzt hat. Also nur ein Fall von Trotteligkeit? Bis zur Aufklärung des Vorfalls wurde der 28-jährige Belgier von seiner Mannschaft Lotto Soudal suspendiert.


13.11.2018 - Wim Stroetinga fährt in Gent sein 50stes Sechstagerennen. Dabei konnte der 33jährige Holländer 5 Siege feiern und stand zudem je 6x als Zweiter und Dritter auf dem Treppchen.
Sein Sieg beim UIV-Cup in Amsterdam 2004 öffnete Stroetinga den Weg in eine Profi-Karriere auf der Bahn. Er gewann diverse Medaillen bei internationalen Meisterschaften, aber bei Sechstagerennen musste er sich sechs magere Winter lang durchbeissen, ehe ihm in der Saison 2011/12 an der Seite von Peter Schep die ersten Podiumsplatzierungen gelangen. Mit seinem derzeitigen Stammpartner Yoeri Havik gehört er zu den stärksten Teams im Sechstagezirkus. Nach zwei Siegen zuletzt in Berlin und London zählt Wim Stroetinga auch in Gent zu den Favoriten.

13.11.2018 - Starterfeld in Gent (13.-18.November 2018)

Noch nie standen so viele Belgier bei den z6sdaagse in Gent am Start und noch nie gab es so viele Favoritenpaare. Die Vorjahressieger Kenny De Ketele / Moreno de Pauw starten diesmal nicht gemeinsam. Kenny De Ketele hat mit Robbe Ghys den vermeintlich stärkeren Partner und gilt sicherlich wieder als Topfavorit. Iljo Keisse muss man immer zu den Favoriten zählen, zumal er in seiner Heimatstadt schon sechs Mal gewinnen konnte. Allerdings hat er sein seinem Sieg in Bremen 2017 kein Sechstagerennen mehr bestritten. Jasper De Buyst konnte in Gent schon zweimal gewinnen (2013 und 2014), hat aber mit seinem Partner Tosh Van De Sande bestenfalls Außenseiterchancen. Und Moreno De Pauw wird beweisen müssen, dass er auch ohne Kenny De Ketele an seiner Seite zu den Topfahrern zu zählen ist.
Aber vielleicht kommt das Siegerpaar ja aus dem Ausland? Die Weltmeister Roger Kluge / Theo Reinhardt waren zuletzt in bestechender Form. Und die Sieger von London Yoeri Havik / Wim Stroetinga überzeugten zuletzt durch ihre Sprintstärke.

Das Starterfeld in Gent:
Roger Kluge (23/5) - Theo Reinhardt (12/1) (D)
Kenny De Ketele (68/11) - Robbe Ghys (5) (B)
Jasper De Buyst (10/2) - Tosh Van der Sande (3) (B)
Iljo Keisse (81/22) - Elia Viviani (9/3) (B/I)
Yoeri Havik (37/4) - Wim Stroetinga (49/5) (NL)
Lindsay De Vylder (4) - Moreno De Pauw (21/6) (B)
Jonas Rickaert (2) - Stijn Steels (1) (B)
Marc Hester (95/1) - Gerben Thijssen (1) (DK/B)
Nick Stöpler (38/1) - Fabio Van den Bossche (0) (NL/B)
Otto Vergaerde (9) - Jules Hesters (2) (B)
Jesper Mørkøv (43/1) (DK) - Roy Pieters (23) (DK/NL)
Francesco Lamon (5/1) - Michele Scartezzini (6/1) (I)
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28.10.2018 - Überraschender Triumph von Havik/Stroetinga in London

Vor der abschließenden Finaljagd lagen die Niederländer Yoeri Havik / Wim Stroetinga nur auf Platz 3, aber in den abschließenden Sprintwertungen waren sie nicht zu schlagen und siegten schließlich mit 8 Punkten Vorsprung auf die Australier Leigh Howard / Kelland O'Brien. Platz 3 belegten die deutschen Weltmeister Roger Kluge / Theo Reinhard. Damit blieben die Gastgeber auch in der vierten Neuauflage ohne den ersehnten Heimsieg. Allerdings waren die britischen Hoffnungen nach der krankheitsbedingten Absage von Mark Cavendish ohnehin schon sehr getrübt. Dass es dennoch ein attraktives Rennen wurde, lag an den sechs Spitzenpaaren, die sich über die sechs Abende keine Punkte schenkten und nahezu gleichauf liegend ins Finale gingen. - >>> Das Endergebnis von London

1.9.2018 - Leif Lampater beendet seine Karriere. Nach 24 Jahren im Rennsattel stellt er sein Rad in die Ecke. Wie der 35jährige auf seiner Homepage mitteilt, hat er einen Job in der IT-Branche befunden.
In der Saison 2003/2004 machte der damals 21jährige Leif Lampater durch vordere Platzierungen im UIV-Cup auf sich aufmerksam. Als Mitglied der Nationalmannschaft war er am vierten Platz in der Mannschaftverfolgung bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 beteiligt. In drei Wintern sammelte er an der Seite von Olympiasieger Guido Fulst wertvolle Erfahrungen und die beisten ersten Siege bei Sechstagerennen (Stuttgart und Berlin). Danach galt er zwei Winter lang zusammen mit Erik Zabel als das stärkste deutsche Team und gewann die Sixdays in Dortmund 2008 und in Bremen 2009. Gemeinsam mit seinem Freund Christian Grasmann baute er die Radsportabteilung des RSV Hirschenberg auf, aus der dann das Profitem der Maloja Pushbikers entstand. 2015 verließ Lampater die Pushbikers und kehrte zur Nationalmannschaft zurück, um sich den großen Traum einer erneuten Olympiateilnahme in Rio 2016 zu erfüllen. Doch eine langwierige Sturzverletzung zu Beginn der Saison verhinderte die Krönung seiner Karriere.
Leif Lampater startete bei 88 Sechstagerennen, von denen er 9 gewann. Zwanzig zweite Plätze und 18 dritte Plätze machten ihn zum Dauergast auf dem Podium. Außerdem hat er vier Weltcup-Siege und acht Deutsche Meistertitel errungen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Leif Lampater.
Ein Interview aus dem Jahr 2009 können Sie hier nachlesen. (Foto: Maloja Pushbikers)


23.7.2018 - Überlegener Sieg in Turin

Auch die zweiten Sommer-Sixdays im italienischen Turin fanden (fast) ohne Radsportstars statt. Prominentester Teilnehmer war der mehrfache Weltmeister Morgan Kneisky, der mit seinem jungen Landsmann Joseph Berlin-Semon auf Platz 3 fahren konnte. Der Sieg ging jedoch an Mattia Viel (Italien) und Nick Yallouris (Australien). Sie domierten das Rennen, siegten mit Rundenvorsprung und hatten am Ende fast doppelt so viele Punkte eingefahren wie die Zweitplatzierten Raman Tsishkou / Yauheni Akhramenka aus Weißrußland.
Die Sommer-Sixdays in Turin fanden bereits in den Jahren 2001-2008 statt. Nach neun Jahren Pause wurde das Rennen im vergangenen Jahr wieder ausgetragen. Mit vier Siegen steht Marco Villa als Rekordgewinner in der Siegerliste von Turin. - >>> Das Endergebnis von Turin


9.7.2018 - Italienischer Sieg in Fiorenzuola

Mit einer Runde Vorsprung sicherten sich Francesco Lamon / Liam Bertazzo ungefährdet den Sieg bei den Sommer-Sixdays auf der offenen Betonbahn im norditalienischen Fiorenzuola. Platz zwei belegten die Schweizer Tristan Marguet / Théry Schir und als Dritte kamen die Weissrussen Raman Tsishkou / Yauheni Akhramenka mit aufs Treppchen. Wie in den letzten Jahren auch standen hauptsächlich Juniorenfahrer und "Exoten" auf der Bahn, die wir in der Winterbahnsaison nicht mehr wiedersehen werden. - >>> Das Endergebnis von Fiorenzuola

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