Neuigkeiten von den Sechstagebahnen
zusammengestellt von Thorsten Schmidt



22.10.2019 - Verhaltener Auftakt bei den Sixdays in London

Im Vorfeld hatten die Veranstalter diese London Sixdays als Olympiarevance angekündigt - gemeint war der Omnium-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen in Rio 2016. Elia Viviani hatte seinerzeit dem britischen Nationalhelden Mark Cavendish das Gold vor der Nase weggeschnappt. Doch seitdem ging die Erfolgskurve der beiden Kontrahenten weit auseinander. Während der Italiener als frisch gebackener Europameister im Ausscheidungsfahren nach London anreist, hat Cavendish in den letzten Monaten mehr mit Krankheiten als mit Gegnern im Sprint zu kämpfen gehabt. Über seiner Form schwebt also ein Fragezeichen. Aber er ist nicht der alleinige Hoffnungsträger des Publikums, das sich in der fünften Austragung endlich einen Heimsieg erhofft. Neben Cavendish / Owain Doull standen mit Matt Bostock / Andy Tennant und Jon Dibben / Chris Latham noch zwei weitere britische Paare am Start, die bei der Vergabe der Podiumsplätze ein Wörtchen mitreden wollen.
Favoriten sind jedoch andere: Die
Vorjahressieger Yoeri Havik / Wim Stroetinga sind sicherlich die Top-Favoriten, zumal beide bei den Europameisterschaften eine starke Form bewiesen haben. Für die deutschen Farben sind die EM-Dritten Theo Reinhardt / Maximilian Beyer am Start. Die Dänen Mark Hester / Oliver Wulff Frederiksen und die Franzosen Bryan Coquard / Donavan Grondin sind ebenfalls stark einzuschätzen. Und die Austria-Oldies Andreas Graf / Andreas Müller haben mit Platz 9 bei der EM bewiesen, dass sie auch in diesem Winter immer für eine Überraschung gut sein könnten.

Der Stand nach der 1.Nacht:
1. Bryan Coquard / Donavan Grondin (F) - 0/100
2. Theo Reinhardt (17/2) / Maximilian Beyer (11) (D) - 1/72
3. Marc Hester (100/1) / Oliver Wulff Frederiksen (2) (DK) - 1/67
4. Andreas Graf (34) / Andreas Müller (A) (99/1) - 1/52
5. Simone Consonni (1) / Elia Viviani (11/5) (I) - 2/76
6. Yoeri Havik (40/4) / Wim Stroetinga (54/5) (NL) - 2/75
7. Mark Cavendish (8/1) / Owain Doull (GB) - 2/64
8. Adrian Hegyvary / Daniel Holloway (20) (USA) - 2/47
9. Filip Prokopyszyn (1) / Daniel Staniszewski (9) (PL) - 3/ 61
10. Matt Bostock / Andrew Tennant (5) (GB) - 3/47
11. Hugo Jones / Josh Scott (NZL) - 3/38
12. Caleb Ewan / Joshua Harrison (6) (AUS) - 3/35
13. Jonathan Dibben (2) / Christopher Latham (7) (GB) - 3/33
14. Mark Downey (4) / Felix English (7) (IRL) - 3/29
15. Zack Gilmore / Stephen Hall (2) (AUS) - 3/25
16. Ludek Lichnovsky (6) / Denis Rugovac (6) (CZ) - 3/16

17.10.2019 - Horst Oldenburg feiert seinen 80sten Geburtstag

Horst Oldenburg wurde in Westpommern geboren. Nach dem Krieg zog die Familie nach Berlin. Als Jugendlicher begann Oldenburg seine Radsportkarriere beim SC Einheit Berlin und er feierte bald die ersten Erfolge. 1957 wurde er DDR-Meister im Einzelzeitfahren. Und auch als junger Amateur konnte er mit seiner Sprintstärke viele Straßenrennen für sich entscheiden. Er wurde in die Nationalmannschaft berufen und war als Ersatzmann bei der WM 1960 dabei.
Nach seiner Flucht in den Westteil der Stadt gab er sein Profidebut beim Berliner Sechstagerennen an der Seite von Lucien Gillen. Auch als Profi konnte er mit seiner Sprintstärke einige Straßenrennen für sich entscheiden und war bei Weltmeisterschaften und bei der Tour de France am Start. Doch seine Leidenschaft galt der Bahn. Er fuhr 100 Sechstagerennen, die meisten an der Seite von Dieter Kemper. Zehn mal stand er ganz oben auf dem Treppchen, aber trotz aller Erfolge blieb er in der öffentlichen Wahrnehmung immer im Schatten von Rudi Altig, Rolf Wolfshohl oder Hannes Junkermann.
1973 beendete Horst Oldenburg seine sportliche Karriere. Heute lebt er in Kalifornien. Herzlichen Glückwunsch zum 80sten, Horst Oldenburg!



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